Unsere Geschichte
Alles begann vor zwei Jahren. Ich lebte in einer WG
und konnte die weißen Deckenstrahler nicht mehr ertragen.
Jeden Abend schaltete mein Mitbewohner alles ein. Ich blieb so
lange wie möglich im Dunkeln. Dieses kalte,
flache, richtungslose Licht – es machte die Wohnung unbewohnbar,
sobald die Sonne unterging.
Ich suchte eine Lampe. Nur eine. Etwas Kleines,
das auf ein Möbelstück passt und eine Atmosphäre schafft, ohne
das ganze Zimmer umgestalten zu müssen. Ich bestellte mehrere.
Jedes Mal die gleiche Enttäuschung: Das Foto versprach
eine Atmosphäre, der Karton lieferte Plastik.
Ich habe nie die richtige gefunden. Also beschloss ich, sie zu kreieren.
Monatelange Suche. Lieferanten testen, Muster erhalten,
enttäuscht sein, von vorne anfangen. An dem Tag, als die richtige
ankam, stellte ich sie auf das Sideboard im Wohnzimmer, steckte sie ein,
schaltete sie ein. Mein Mitbewohner kam herein und sagte: „Was ist das für ein
Licht?“ Das war es genau. Der Raum hatte sich verändert.
Japan hat diese ganze Suche geleitet. Es ist eine Kultur,
die mich schon lange inspiriert – nicht das Klischee-Japan,
sondern das der Objekte. Ich war dort, und was mich beeindruckt hat, ist
die Ernsthaftigkeit, mit der die Japaner alles herstellen.
Eine Tasse, ein Messer, eine Lampe – jedes Objekt
ist so konzipiert, als ob es ein Leben lang halten würde.
Tanizaki schrieb über die Schönheit des Schattens und des
niedrigen Lichts – die Idee, dass nicht starkes Licht einen
Raum schön macht, sondern gedämpftes Licht, das
Schattenbereiche zulässt. Noguchi schuf Papierlampen, die
einen ganzen Raum mit fast nichts verändern. Diese
Anforderung wollte ich in raito umsetzen.
Der Name kommt daher – raito, ライト. Einfach das
einfachste Wort für Licht auf Japanisch.
Jede raito-Lampe wird nach drei Kriterien ausgewählt: das Licht,
das sie erzeugt, das Material, aus dem sie gefertigt ist, und was sie
mit dem Raum macht, wenn man sie einschaltet. Nichts anderes.
raito steht noch am Anfang. Die Fortsetzung wird hier geschrieben.
– Bastien

